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Umwelt und Natur

Das Auf und Ab der Artenvielfalt

13,4 Millionen Quadratkilometer dieses Planeten sind von tropischen Regenwäldern bedeckt. Und wie es scheint, würde deren rasante Vernichtung in den letzten Jahren etwas gebremst, aber …

Amazonas Regenwald – Rodung geht weiter…

Laut WWF-Amazonas-Experte Roberto Maldonado zerstörte der Mensch in den vergangenen 50 Jahren, 17% der Amazonasfläche. Der Wald wird abgeholzt um Sojaanbau und Tierzucht zu ermöglichen, wovon natürlich hauptsächlich die Industriestaaten profitieren. Jedoch hat der Amazonas wichtige Funktionionen, z.B. dient er als Kohlenstoffspeicher.

Für etwa 30 Millionen Menschen ist der Amazonas Lebensgrundlage, gleichzeitig aber auch das Gebiet mit der größten Artenvielfalt.

Waldverlust in Millionen Hektar
Immer mehr Walt wird vernichtet

Fatale Kettenreaktionen

Nach einer aktuellen, im Oktober veröffentlichten Studie der California Academy of Sciences sind 20% der Wirbeltierarten vom Aussterben bedroht. Somit nimmt die Artenvielfalt rapide ab. Unter Leitung des IUCN (internationalen Naturschutzunion) Experten Michael Hoffmann wurden aktuelle Umweltstudien verglichen und Untersuchungen zur Biodiversität gemacht, welche dieses erschreckende Ergebnis brachten.

Welche Tierarten gefährdet sind, kann man auf der roten Liste der IUCN nachlesen. Sterben bestimmte Tierarten aus, kann das zu fatalen Kettenreaktionen in den Ökosystemen führen.

Die Artenvielfalt bewahren

Der Studie zu folge, ist die Aussterberate in den letzten 40 Jahren auf das 20- bis 30-fache des normalen Werts gestiegen. Ursachen dafür sind übermäßiger Jagd- und Fischfang, aber auch das Einschränken der Lebensräume für die Tiere.

Jedoch zeigen auch aktuelle Berechnungen der Forscher, dass Naturschutzmaßnahmen durchaus sinnvoll und erfolgreich sein können. Wenn es nicht in den letzten 40 Jahren Naturschutzprojekte gegeben hätte, wäre der Rückgang der Artenvielfalt um 20% schlimmer. Der Status von 64 Tierarten habe sich laut Forschern verbessert. Zusätzlich gibt es Spezien, die in freier Wildbahn bereits ausgestorben waren und erfolgreich wieder eingeführt wurden, wie z.B. der kalifornische Kondor in den USA, oder das Wildpferd in der Mongolei.

Illegale Abholzung Regenwald
Die Zerstörung des brasilianischen Regenwaldes

Weltweit werden alle zwei Minuten 35 Fußballfelder vernichtet

Außerdem wurden im Amazonasgebiet, laut Forschungsberichten aus den Jahren 1999 bis 2009, mehr als 1200 neue Tierarten entdeckt. Unter den neuen Spezien befinden sich: eine neue Flussdelfinart, eine neue Anakondaart und ein glatzköpfiger bunter Papagei.

Diese Berichte präsentierte der WWF beim UN-Naturschutzgipfel im japanischen Nagoya. Sie liefern somit klare Forderungen ab. Ob diese Forderungen ernst genommen werden, ist jedoch fraglich. Dies zeigen ähnliche Fälle aus der Vergangenheit.

Ab 2013 will Deutschland eine halbe Milliarde Euro pro Jahr in den Schutz der Artenvielfalt investieren. Bei der UN Konferenz in Japan sollen nun Maßnahmen gegen diese anhaltende Zerstörung der Natur beschlossen werden.

Viele Länder sollten sich Costa Rica als Vorbild nehmen, da 26% der Landesfläche unter Naturschutz stehen.

Costa Rica hat dafür bereits eine Auszeichnung von der Stiftung „World Future Council“ erhalten. Durch sein Biodiversitätsgesetzt hat Costa Rica einen wichtigen Schritt zum Schutz der Artenvielfalt gesetzt. Costa Rica hat es als einziges Entwicklungsland geschafft sowohl die Abholzung zu stoppen, als auch eine erfolgreiche Wiederbewaldung zu erreichen.

Im „Happy Planet Index“ ist Costa Rica Führender im Ökotourismus und beweist somit, dass Umweltschutz funktionieren kann.