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Umwelt und Natur

 

 

Das Auf und Ab der Artenvielfalt (31.10.2010)

 

Amazonas Regenwald - Rodung geht weiter...

Laut WWF-Amazonas-Experte Roberto Maldonado wurden in den vergangenen 50 Jahren 17% der Amazonasfläche durch den Menschen zerstört. Der Wald wird abgeholzt, um Sojaanbau und Tierzucht zu ermöglichen, wovon natürlich hauptsächlich die Industriestaaten profitieren. Jedoch hat der Amazonas wichtige Funktionionen, z.B. dient er als Kohlenstoffspeicher.

Für etwa 30 Millionen Menschen ist der Amazonas Lebensgrundlage, gleichzeitig aber auch das Gebiet mit der größten Artenvielfalt.

Nach einer aktuellen, im Oktober veröffentlichten Studie der California Academy of Sciences sind 20% der Wirbeltierarten vom Aussterben bedroht. Somit nimmt die Artenvielfalt rapide ab. Unter Leitung des IUCN (internationalen Naturschutzunion) Experten Michael Hoffmann wurden aktuelle Umweltstudien verglichen und Untersuchungen zur Biodiversität gemacht, welche dieses erschreckenden Ergebnis brachten.

Welche Tierarten gefährdet sind, kann man auf der roten Liste der IUCN nachlesen. Sterben bestimmte Tierarten aus, kann das zu fatalen Kettenreaktionen in den Ökosystemen führen.

Der Studie zu folge, ist die Aussterberate in den letzten 40 Jahren auf das 20- bis 30-fache des normalen Werts gestiegen. Als Ursachen dafür, werden übermäßiger Jagd und Fischfang, aber auch das Einschränken der Lebensräume für die Tiere angegeben.

Jedoch zeigen auch aktuelle Berechnungen der Forscher, dass Naturschutzmaßnahmen durchaus sinnvoll und erfolgreich sein können. Wenn es nicht in den letzten 40 Jahren Naturschutzprojekte gegeben hätte, wäre der Rückgang der Artenvielfalt um 20% schlimmer. Der Status von 64 Tierarten habe sich laut Forschern verbessert. Zusätzlich gibt es Spezien, die in freier Wildbahn bereits ausgestorben waren und erfolgreich wieder eingeführt wurden, wie z.B. der kalifornische Kondor in den USA oder das Wildpferd in der Mongolei.

Außerdem wurden im Amazonasgebiet, laut Forschungsberichten aus den Jahren 1999 bis 2009, mehr als 1200 neue Tierarten entdeckt. Unter den neuen Spezien befinden sich: eine neue Flussdelfinart, eine neue Anakondaart und ein glatzköpfiger bunter Papagei.

Diese Berichte wurden vom WWF beim UN-Naturschutzgipfel im japanischen Nagoya präsentiert und liefern somit klare Forderungen ab. Ob diese Forderungen ernst genommen werden, ist jedoch fraglich, was ähnliche Fälle aus der Vergangenheit zeigen.

Ab 2013 will Deutschland eine halbe Milliarde Euro pro Jahr in den Schutz der Artenvielfalt investieren. B ei der UN Konferenz in Japan sollen nun Maßnahmen gegen diese anhaltende Zerstörung der Natur beschlossen werden.

Viele Länder sollten sich Costa Rica als Vorbild nehmen, da 26% der Landesfläche unter Naturschutz stehen.

Letzte Woche Montag bekam Costa Rica dafür eine Auszeichnung von der Stiftung "World Future Council". Durch sein Biodiversitätsgesetzt hat Costa Rica einen wichtigen Schritt zum Schutz der Artenvielfalt gesetzt. Costa Rica hat es als einziges Entwicklungsland geschafft sowohl die Abholzung zu stoppen als auch eine erfolgreiche Wiederbewaldung zu erreichen.

Im "Happy Planet Index" ist Costa Rica Führender im Ökotourismus und beweist somit, dass Umweltschutz funktionieren kann.