Costa Rica Nationalpark

 

Corcovado Regenwald Nationalpark

 

Mit √ľber 12'000 verschiedenen Pflanzenarten tr√§gt dieser biologische Hotspot auch dazu bei, dass Costa Rica in Sachen Artenvielfalt zuoberst auf der Weltrangliste steht.

Um die beiden Gebiete zu erkunden startet man am besten von Sierpe aus, das sowohl mit dem Auto wie mit öffentlichen Bussen gut erreichbar ist. Im benachbarten Palmar Sud gibt's auch einen kleinen Flugplatz.

 

Das auf den ersten Blick etwas verschlafen wirkende kleine Dorf Sierpe, mit tropischem Flair, liegt direkt an den Wasserkanälen landeinwärts. Hier hat fast jedes Haus einen eigenen Bootssteg und man scheint hier vom und auf dem Wasser zu leben. So ist es auch nicht schwierig Ausflugsmöglichkeiten in die Mangroven oder Bootstaxis nach der Drake-Bay oder in den Corcovado Nationalpark zu finden.

Allerdings muss man unterscheiden zwischen touristischen Massenausfl√ľgen und naturkundlich intressanten individuellen Einzeltouren mit kompetenter Leitung. Ein versierter Naturf√ľhrer weiss genau in welcher Baumkrone ein Faultier h√§ngt, sieht von weitem die Mangroven-Baumboa im Ge√§st h√§ngen oder f√ľhrt das Boot auf atemberaubende N√§he zu den ruhenden Kaimanen heran. Auch von den zahlreich hier lebenden und rastenden Vogelarten, wie Ibisse, L√∂ffler, blaue Reiher, Fregattv√∂gel usw., weiss der 'Nature Guide' nicht nur die entsprechenden Namen sondern kann dar√ľber hinaus viele √∂kologisch interessante Zusammenh√§nge erkl√§ren. Da lohnt es sich dann auch etwas mehr Geld f√ľr eine individuelle Tour auszugeben.

 

Die Vegetation wird dominiert von vier Baumarten, der Roten, der Schwarzen, der Weissen sowie der Ananas-Mangrove, die an die ganz speziellen √∂kologischen Gegebenheiten in diesem Flussdelta angepasst sind. Abh√§ngig von den jahreszeitlich schwankenden Niederschlagsmengen wie auch von den t√§glich und monatlich variierenden Gezeitenunterschieden, fliesst in diesem flachen M√ľndungsgebiet wechselseitig S√ľsswasser in Richtung Meer oder Salzwasser vom Meer landeinw√§rts. Diese Brackwassermischung pr√§gt den ganzen Lebensraum mit seiner spezialisierten Tier- und Pflanzenwelt. Auch r√§umlich ist ein Ausflug mit dem Motorboot oder mit dem Kajak ein spannendes Erlebnis.

W√§hrend der Hauptfluss, der Sierpe River, eine breite Wasserstrasse bildet, zweigen √ľberall kleinere Nebenarme ab, wo man sich sofort in einer faszinierenden gr√ľnen Wald- und Wasserwelt wiederfindet. In diesem Labyrint von sich windenden Seitenfl√ľsschen, Stillwassern und unz√§hligen Kan√§lchen kann man ohne ortskundige Begleitung ganz leicht die Orientierung verlieren.

 

Dringt man noch tiefer in die ganz kleinen Mangrovenwinkel vor, gleitet man ger√§uschlos wie durch Gew√∂lbeg√§nge aus Pflanzen und durch Vorh√§nge von Luftwurzeln, die von B√§umen und B√ľschen herunterh√§ngen. Und rundherum nur noch das Zwitschern und Pfeifen der V√∂gel, das Glucksen und Blubbern des sumpfigen Mangrovenbodens, das Schreien der Affen und das laute Schwirren der Baumzikaden. Diese Kathedralen der Natur, wo nur noch ged√§mpftes Licht hindringt, haben etwas Mysthisches und man m√∂chte noch lange hier verweilen und still dahingleiten, bevor es wieder hinaus geht ans gleissende Sonnelicht und zur√ľck ins betriebsame Sierpe.

 

( Reisebericht von Richard Gubler, Z√ľrich - Schweiz, April 2009)