Reiseberichte von der Karibikk√ľste

 

Panama, Bocas del Toro

 

Bocas del Toro stand eigentlich schon sehr fr√ľh auf meiner Reiseliste, da die panamasche Grenze nicht mehr weit von Manzanillo entfernt war und ich immer auch gerne ein Nachbarland Costa Ricas bereisen wollte. Dennoch hatte ich diesen Plan recht bald verworfen, weil mir die wenige Zeit die ich hatte (eine Woche) f√ľr eine Reise nach Panama und wieder zur√ľck an die Pazifikk√ľste als nicht ausreichend erschien. Pl√§ne sind wohl aber dazu da um sie zu √§ndern und so kam es, dass es bereits am n√§chsten Morgen in Puerto Viejo leicht regnete. Allen voran Joe, dessen Plan es sowieso war nach Bocas weiterzureisen, entschieden wir uns recht spontan den n√§chsten Bus nach Sixaola, also Richtung panamasche Grenze zu nehmen. Die Fahrt dauerte knapp zwei Stunden und auch die Einreise war recht unproblematisch. Die Grenze nach Panama zu √ľberqueren ist eine wacklige Angelegenheit und auf jeden Fall das ein oder andere Foto wert. Auf der anderen Seite ging es gut eine halbe Stunde mit einem Kleinbus vorbei an Changuinola bis nach Almirante, von wo aus die Bootstaxis Richtung Bocas ablegen. Die Fahrt mit dem Kleinbus sowie dem Bootstaxi ist erschwinglich. Die f√ľnf Dollar Grenze wird selten √ľberschritten.

 

Bocas del Toro, das sind mehrere Inseln die zu Panama geh√∂ren und die sich durch ihr t√ľrkisblaues Meer und die guten Schnorchelspots auszeichnen. Es gibt insgesamt sieben gr√∂√üere und dutzende kleinere Inseln wobei die Hauptinsel Col√≥n ist. Hier gibt es die gr√∂√üte Auswahl an Hotels und Hostels, au√üerdem zahlreiche Einkaufsm√∂glichkeiten, viele kleine St√§nde mit Schmuck und dergleichen sowie unterschiedliche Restaurants, Kneipen und Bars. Auf der Hauptinsel ist auch eine Bank bei der man sich mit Geld versorgen sollte, da die anderen Inseln, zumindest die die ich kennen gelernt habe √ľber keine Bank verf√ľgen. Au√üerdem ist es ratsam sich auf Col√≥n mit Lebensmitteln oder Getr√§nken zu versorgen. Es gibt zwar auch kleine L√§den und Superm√§rkte auf anderen Inseln, diese sind jedoch meist etwas teurer. Die unterschiedlichen Inseln werden mit Bootstaxis angesteuert. Die Preise daf√ľr schwanken, je nach Entfernung der Insel und Tageszeit.

 

Da Joe bereits sieben Mal auf Bocas war, hatte ich einen sehr guten Guide an meiner Seite, der in sehr gutem Spanisch meist erfolgreich das Verhandeln der Bootspreise √ľbernahm. Erstes Ziel auf Bocas war die, soweit ich wei√ü, zweitgr√∂√üte Insel, ¬®Isla Bastimentos¬®. Dort gibt es einige Restaurants und Bars, sowie mehrere Arten von Cabinas und Unterk√ľnften. Wir entschieden uns, die ersten beiden N√§chte im ¬®Hostel Bastimentos¬® zu verbringen. Das Hostel liegt an einem kleinen Hang mit Blick aufs Meer. Es gibt zwei K√ľchen, eine Dartscheibe, einen TV und jede Menge H√§ngematten und Pl√§tze zum Nichtstun. Das Hostel verf√ľgt sogar √ľber drei Internet- PCs, wor√ľber ich mich zuerst noch sehr freute, da ich vor hatte, per E- Mail √ľber meine Ankunft auf Bocas und mein Wohlergehen zu berichten. Leider stellte sich nach mehrmaligen Versuchen heraus, dass das Internet zwar funktionierte, aber nur sehr, sehr langsam. Eine Mail zu versenden dauerte, wenn es gelang und das tat es sogar einmal, etwa eine halbe Stunde. Sehr √§rgerlich, vor allem wenn das Hostel vorab verk√ľndet die schnellste Internetverbindung zu haben. Egal, ich bin im Urlaub und sollte kein Internet brauchen um diesen zu genie√üen.

 

Auf Bastimentos gibt es viel zu erleben. Abends kann man zum Beispiel sch√∂n in einem Restaurant am Ufer essen gehen und die karibische Variante von Gallo Pinto probieren. Au√üerdem unbedingt ein Ausflug wert ist das ¬®Up in the hill¬®, ein kleiner organischer Shop mitten im Dschungel. Hier arbeitet und lebt ein P√§rchen mit Kindern, das in seinem Garten alle m√∂glichen Produkte anpflanzt, falls diese nicht sowieso schon dort wachsen sollten. ¬®Good things come in trees¬® ist das Motto und so kann man hier oben nicht nur handgemachtes Kokos√∂l und 100% organische Kakaoraspeln kaufen, sondern auch leckere, selbstgemachte Pralinen oder Brownies probieren. Au√üerdem kriegt man leckeren 100% Natur- Kaffee, handgemachten Schmuck und jede Menge interessante Informationen √ľber die Pflanzenwelt der Umgebung. Eine wirklich sehr nette und urspr√ľngliche Atmosph√§re, auch wenn man daf√ľr etwa 20 Minuten durch den Dschungel wandern muss.

 

Bastimentos verf√ľgt √ľber die wohl sch√∂nsten Str√§nde von Bocas. Will man dorthin gelangen, muss man allerdings auch erstmal durch den Dschungel hiken, was in einer Schlamm und Matschorgie enden kann, wenn es die Nacht zuvor durchgeregnet hat. Aber das ist es auf jeden Fall wert, denn der ¬®Playa Wizard¬® ist wirklich sehr sch√∂n. Ein langer, naturbelassener wei√üer Sandstrand mit t√ľrkisblauem Meer. Im Gegensatz zum Pazifik war die See hier in der Karibik extrem ruhig und warm wie eine Badewanne. Wellengang oder gar Surfen Fehlanzeige. Wandert man tapfer weiter gelangt man an den ¬®Red Frog Beach¬®, benannt nach den vielen kleinen roten Fr√∂schen die man dort beobachten kann, wenn man Gl√ľck hat. Auch dieser Strand ist sehr lang und genauso traumhaft wie der vorherige. Am Ende (oder Anfang, je nach dem) des Strandes ist eine kleine Strandbar, in der man Gegrilltes, Cocktails, Bier und nat√ľrlich auch nichtalkoholische Getr√§nke bekommt. Au√üerdem gibt es hier, endlich mal, ein Beachvolleyballfeld. Nach dem ¬®Red Frog Beach¬® kommt ein weiterer Strand, dessen Namen ich vergessen habe. Hier ist es wieder eher ruhig und man kann in Ruhe Sonnenbaden und Schnorcheln. Wer nicht wandern mag, der kann all diese Str√§nde auch mit dem Wassertaxi erreichen.

 

Etwa zehn Dschungelminuten vom ¬®Red Frog Beach¬® entfernt liegt das ziemlich neue Hostel ¬®Bocas Bound¬®, wo wir uns f√ľr eine weitere Nacht einquartierten. F√ľr 13 Dollar die Nacht, teilt man sich ein Zimmer mit zehn weiteren Leuten, hat daf√ľr aber eine, beinahe zu kalt eingestellte, Klimaanlage, supersaubere Betten und ebensolche Toiletten und Duschen. Au√üerhalb gibt es auch eine K√ľche. Das Restaurant ist Chill- und Spielarea zugleich. Hier kann man nicht nur lecker essen, sondern auch Billard, Tischtennis oder Dart spielen. Nat√ľrlich gibt es auch wieder jede Menge H√§ngematten und einen Internet- PC. Das gute an diesem PC: die Internetverbindung funktionierte einwandfrei!

 

Die ¬®Isla Careneros¬® ist die direkte Nachbarinsel von Col√≥n. Diese Insel ist um einiges kleiner als die Hauptinsel, aber auch hier findet man Unterk√ľnfte verschiedener Preisklassen. Zu dieser Insel kann ich nicht mehr sagen, denn ich habe hier lediglich einen Cuba Libre in einer der Bars/ Restaurants √ľber dem Wasser getrunken, wo √ľbrigens eine wirklich sehr sch√∂ne Atmosph√§re herrschte. Des Weiteren waren wir f√ľr knappe zwei Stunden auf der sehr kleinen ¬®Isla Solarte¬® um dort zu Schwimmen und zu Schnorcheln. Man steuert dort den so genannten ¬®Hospital point¬® an, eine kleine idyllische Bucht mit t√ľrkisblauem Wasser und einem kleinen Strand.

 

Den letzten Tag meiner/ unserer Panama- Reise verbrachten wir dann auf der Hauptinsel, Col√≥n. Das Hotel ¬®Olas¬® liegt direkt am Wasser und etwas entfernt von der ¬®Partymeile¬®. Wenn man sich mal eine Nacht abseits des Hostel- Lebens g√∂nnen mochte, bekommt man im Olas f√ľr 20 Dollar die Nacht wirklich eine sehr gute Unterkunft geboten. Egal welcher Wochentag, auf der Hauptinsel findet man abends immer einen Ort um Party zu machen. Zum Beispiel in einem der angesagten Hostels wie dem ¬®Hostel Heike¬® oder dem ¬®Mondo Taitu¬®. Wenn man vor hat, Bocas am n√§chsten Morgen mit dem ersten Wassertaxi zu verlassen, empfiehlt es sich, die Nacht auf der Hauptinsel zu verbringen, da von dort die Boote Richtung Almirante fahren, wo man dann wieder per Bus nach Changuinola kommt um von dort weiter zur Grenze zu fahren. Inklusive Wartezeit, sollte man f√ľr die morgendliche Bootsfahrt vorsichtshalber eine Stunde einplanen. Falls man irgendwelche Anschlussbusse in Changuinola erreichen will und man sich auf der Weiterreise nach Costa Rica befindet, sollte man sich √ľber die Zeitverschiebung bewusst sein. In Panama ist es noch mal eine Stunde sp√§ter als in Costa Rica.